Literatur

Publikationen

Als Bücher erhältliche Schriften Reichs

Publikationen 1919 bis 1933

Der unveröffentlichte Nachlaß
Biographien
Bibliographien

Zeitschriften und allgemein zugängliche Bücher bitte gesondert aufrufen.


Als Bücher erhältliche Schriften Reichs

Seit Ende der 60er Jahre wurden Reichs Schriften in Deutschland wieder gedruckt. Hauptsächlich im Verlag Kiepenheuer & Witsch erschienen einige Bücher aus den zwanzger, dreißiger und vierziger Jahren, hiervon gab es in der Regel auch Taschenbuchausgaben bei Fischer. Diesen "offiziellen" Ausgaben lagen in der Regel jene Versionen zugrunde, die von Reich selbst Ende der 40er Jahre in den U.S.A. veröffentlicht worden waren. Gegenüber den Originalfassungen aus früheren Jahren hatte es dabei z.T. erhebliche Änderungen gegeben, und z.T. handelt es sich um Rückübersetzungen ins Deutsche von Büchern, die von Reich ursprünglich auf Deutsch verfaßt und die von anderen in den 40er Jahren ins Englische übertragen worden waren (siehe dazu auch Bemerkungen unter Bibliographien.)

Davor und daneben gab es eine Reihe von Raubdrucken. Dabei handelt es sich z.T. um Schriften, die bislang noch nie auf Deutsch erschienen waren (und von denen es z.T. bis heute keine lizensierte deutschsprachige Ausgabe gibt), z.T. aber auch um die Originalfassungen jener Schriften, deren spätere Versionen (welche den "offiziellen" Ausgaben bei Kiepenheuer & Witsch und bei Fischer zugrunde liegen) von den ursprünglichen abweichen - mitunter erheblich.

Die in den 80er Jahren bei Nexus erschienenen Titel (Sexualität und Angst; Äther, Gott und Teufel; Menschen im Staat) sind eher der Kategorie Raubdrucke zuzurechnen; die Editionslage ist hier zudem nur dürftig dokumentiert. Die später von Stroemfeld übernommenen Titel sollen zumindest besser editiert sein.

Bei den in den 90er Jahren bei Zweitausendeins erschienen sechs Bänden aus dem Spätwerk hingegen handelt es sich um lizensierte und sorgfältig bearbeitete Ausgaben. Der überwiegende Teil dieser Schriften war von Reich selbst bereits in englischer Sprache verfaßt worden und wurde in den 90er Jahren ins Deutsche übersetzt; noch auf deutsch verfaßte Anteile wurden im Original verwendet (d.h. hier keine Hin-und Rückübersetzung).    [nach oben]

 

Publikationen 1919 bis 1933

Diese Liste wurde von Philip W. Bennet zusammengstellt auf der Basis der online Bibliographie von Peter Nasselstein, auch nachzulesen unter http://www.orgonomie.net/hdobiblio.htm. Sie umfasst acht Bücher, 49 Artikel und 56 Rezensionen. 

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Die schwer zugänglichen Veröffentlichungen nach 1933

Nach seinem Ausschluß sowohl aus der kommunistischen Partei als auch aus der psychoanalytischen Vereinigung 1933/1934 gründete Reich im skandinavischen Exil und später in den U.S.A. verschiedene Zeitschriften, die natürlich 1933-1945 keinen Eingang in die deutschen Bibliotheken fanden. Die arg verzögerte Entnazifizierung einerseits wie auch die in seinem neuen Heimatland einsetzende Verleumdung andererseits führten dazu, daß auch nach 1945 seine Zeitschriften offenbar von keiner deutschen Bibliothek abonniert worden sind.

Erst um 1980 herum wurde eine Mikroverfilmung fast aller nach 1933 veröffentlichten Schriften in der Bestand der Bayerischen Staatsbibliothek aufgenommen. Diese Mikrofilme können von dort im Rahmen der Fernleihe bezogen werden ( Katalog-Nr. R359 ). Mikrofilm-Lesegeräte gibt es an den Universitäts- und Staatsbibliotheken; in der Regel stehen dort auch Geräte zur Verfügung, mit denen man papierne Kopien anfertigen kann. Der Wilhelm Reich Museum Bookstore bietet sowohl die Mikrofilme selbst als auch gebundene papierene Kopien derselben zum Kauf an:
http://www.wilhelmreichtrust.org/bookstore.html

Die Orientierung in den Schriften nach 1933 erleichtert die unten angefügte Tabelle (siehe unten bei Bibliographien), vor allem was die Frage der Wiederveröffentlichungen und Übersetzungen angeht.

Seit 1990 wurde unter dem Titel "Orgonomic Functionalism" eine Zeitschrift ausschließlich mit Artikeln von Reich herausgegeben. Einige waren bereits in den 40er oder 50er Jahren in einer seiner Zeitschriften erschienen, überwiegend handelte es sich jedoch um bislang unveröffentlichte Texte. Der bislang letzte Band 6 von "Orgonomic Functionalism" kam 1996 heraus; die Zeitschrift scheint eingeschlafen zu sein. Bezug ebenfalls über das Wilhelm-Reich-Museum in Maine (s.o.)

Zur "Zeitschrift für Politische Psychologie und Sexualökonomie" (1934-1938) existiert bereits ein instruktiver Eintrag bei Wikipedia, und unter       http://www.lsr-projekt.de/zpps/zpps.html     ist das komplette Inhaltsverzeichnis einsehbar. Dort sind auch einige Artikel als Volltext erschließbar - allerdings nur sehr wenige von Reich selbst. - Für den Herbst 2013 ist ein kompletter Nachdruck der ZPS angekündigt; näheres siehe hier.               [nach oben]

Biographien

Hier ist die Lage deutlich übersichtlicher: es gibt fünf wesentliche, von denen zwei derzeit vergriffen sind.

Wilhelm Reich von Bernd A. Laska, erstmals 1981 in der Reihe "rowohlts monographien" erschienen (6. Aufl. 2008). Kurz und knapp (150 Seiten), prägnant, inhaltlich sauber. Der Schwerpunkt liegt auf dem Werk und seinen Bezügen zu den wissenschaftlichen und politischen Strömungen der Zeit, Persönliches hingegen kommt nur am Rande vor.
ISBN 3 499 50298 4

Wilhelm Reich und die Orgonomie von Ola Raknes, einem Therapeuten, Schüler Reichs aus Osloer Zeiten und Anhänger auch in den späteren Jahren. Ebenfalls knappe und korrekte Darstellung, erschien 1973, seit langem vergriffen.

Wilhelm Reich von Ilse Ollendorf-Reich, Ehefrau der Jahre 1940-1954. Hier mehr Persönliches, vor allem aus jenen Jahren. Erschien 1975, seit langem vergriffen.

Wilhelm Reich - Pionier des neuen Denkens von David Boadella, erschien 1981 und war lange Zeit die umfassendste Biografie in deutscher Sprache (400 Seiten) mit Schwerpunkt auf dem körperpsychotherapeutischen Werk. Erschien 2008 erneut im Schirner-Verlag; ISBN 978-3-89767-602-2

Wilhelm Reich. Der heilige Zorn des Lebendigen von Myron Sharaf, einem Schüler und Mitarbeiter Reichs in den Jahren um 1950 herum. Erschien 1984 in englischer Sprache (unter dem Titel: Fury on Earth) und wurde erst 1994 auf Deutsch veröffentlicht. Gründlichst recherchierte und umfassendste (640 Seiten) Biographie, die sich vor allem darum bemüht, auch bei skeptischer Distanz dem späten Reich gerecht zu werden. ISBN-13: 978-3922389606
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Der unveröffentlichte Nachlaß

Reich hatte testamentarisch verfügt, daß alle unveröffentlichten Schriften nach seinem Tod über fünfzig Jahre unter Verschluß zu halten seien. Diese Frist ist 2007 abgelaufen, sein Nachlaß ist somit jetzt grundsätzlich zugänglich. Der Wilhelm Reich Infant Trust Fund (als Erbe) hat die Bestände der Bibliothek an der Havard Medical School in Boston zur Verwahrung übergeben, wacht jedoch weiterhin über den Zugang. Dieser muß mit präzisen Angaben beantragt werden; das Antragsverfahren ist auf der Internetseite des Wilhelm Reich Infant Trust Fund erläutert. Dort findet sich auch ein Inhaltsverzeichnis des Nachlaß-Archivs:   http://www.wilhelmreichtrust.org/archives.html

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Bibliographien

Die wahrscheinlich vollständigste Bibliographie sowohl von Reichs Schriften als auch zur Orgonomie insgesamt stammt von Peter Nasselstein und findet sich bei     http://www.orgonomie.net/hdobiblio.htm

Die in der Deutschen Nationalbibliothek vorhandenen Schriften von und über Wilhelm Reich ( 390 Titel ) sind einsehbar unter:     https://portal.d-nb.de/opac.htm?query=Woe%3D118599097&method=simpleSearch

Die Orientierung in Reichs Schriften ist durch mehrere Umstände erschwert. So veröffentlichte er manche Schriften unter verschiedenen Titeln, wie auch umgekehrt unter gleichem oder ähnlichem Titel zu verschiedenen Zeiten ganz unterschiedliche Texte herausgegeben wurden. Nach 1933 erfolgten manche Veröffentlichungen anonym oder unter Pseudonym. Eine Reihe von Zeitschriftenveröffentlichungen gingen später nahezu unverändert in Bücher ein. Manche Texte wurden von Reich auf Deutsch verfaßt, von Mitarbeitern ins Englische übersetzt, und liegen heute auf Deutsch in der Regel als Rückübersetzungen durch Dritte vor, nur selten im deutschen Original.
In dieser etwas unübersichtlichen Lage kann die folgende Tabelle der Schriften nach 1933 eine gewisse Hilfe bieten. Sie ist unvollendet; der Autor (Christian Rudolph) ist für ergänzende Hinweise dankbar (über das Kontaktformular auf dieser Webseite.) 

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